Eine kurze Einführung in das Thema “Künstliche Intelligenz”

Wer den Kinofilm „Her“ (Link) gesehen hat, bekommt ein Gefühl dafür, in welchem Ausmaß ‚Artificial intelligence‘ unser Leben und unseren Alltag in Form von „Operating Systems“ oder „Digitale Assistenten“ beeinflußen wird. In nur wenigen Jahren spielen Websites oder Apps nur noch eine untergeordnete Rolle im Alltag der Menschen. Es sind die intelligenten Maschinen oder besser gesagt die vernetzten Datenbanken und deren intelligenten (und stetig lernenden) Systeme, die Menschen in Zukunft nutzen werden. Die Content-Ausspielung erfolgt also vermehrt abseits der unternehmenseigenen Plattformen.

Und dabei spielt es keine Rolle, ob die Menschen dazu eine Uhr, eine Brille (Link) oder einen implantierten Chip verwenden werden. Im Film sind zwar ein paar Geräte zu sehen, mit denen kommuniziert wird bzw. Medieninhalte sowie Games konsumiert werden. Diese Gadgets oder Technologien werden vielleicht sogar bald zu kaufen sein. Aber entscheidend sind die vernetzten Datenbanken dahinter. Und die Knowledge Graphen dazu (Link).

In Zukunft werden also „Virtual Assistants“ zur Verfügung stehen um Geräte zu steuern, Inhalte zu konsumieren und vieles mehr. Als „kommunizierendes“ Unternehmen sollte man sich auf diese Szenarien schon jetzt vorbereiten. Denn es braucht Zeit damit umgehen zu lernen. Zeit, die wir auch haben. Denn bis wir Systeme nutzen können, die so intelligent sind wie die im Film dargestellten, wird es noch einige Jahre dauern, so Yann LeCun, Vice President und VP & Chief AI Scientist bei Facebook. Aber es wird intensiv daran gearbeitet. Sein Team ist schon seit längerem in der Lage mit Hilfe von AI bzw. Neural Networks Bilder zu beschreiben.

Doch das ist nur der Anfang. Was dabei leider sehr oft vergessen wird: Maschinen können nur von einem bereits existierenden Wissensstand lernen – z.B. einer möglichst großen Auswahl an Daten. Das ist mit sg. strukturierten Daten, wie z.B. Adressen von Points Of Interest noch relativ einfach. Aber das ist nur ein kleiner Teil der Daten, die Systeme, wie sie im Film „Her“ zu sehen sind, in Zukunft nutzen werden. Strukturierte Daten werden in Zukunft mit vielen anderen Daten intelligent vernetzt. Dazu zählt auch der Content einiger Medienhäuser und jener Unternehmen, die abseits von Produktbeschreibungen eine Marke mit Inhalten pflegen. Dieser Content wird zukünftig in Datenbanken abgelegt und – um für Maschinen lesbar zu sein – mit Knowledge Graphen gekoppelt.

Und somit wird der Storytelling Content für fremde Systeme und Anwendungen interpretierbar. Die Kommunikation im Web verändert sich also – so meine These:

Während derzeit im World Wide Web die Inhalte mit diversen Webapplikationen (Medien, eCommerce, Social Networks etc.) verarbeitet werden und über Suchmaschinen wie Google sowie Verlinkungen zwischen den Websites (u.a. mittels Online Werbung) für User zugänglich gemacht werden, werden in Zukunft unsere Inhalte und Anwendungen in Systemen und Applikationen ausgespielt, die sich die dazu nötigen Daten aus „intelligent vernetzten“ Datenbanken holen und mit künstlicher Intelligenz neu verarbeiten.

Nichts anderes macht derzeit schon Google, das sich von einer Suchmaschine zu einer Antwortmaschine entwickelt. Jedoch wird immer weniger auf google.com gesucht bzw. geantwortet, sondern via Google Home, in Autos und im öffentlichen Raum – also mittels Systemen und Applikationen, in denen unstrukturierte Inhalte derzeit noch gar nicht „sichtbar“ sind.

Während also die Entwicklung in Sachen AI voranschreitet, gilt es die eigenen Inhalte und Daten so aufzubereiten, dass diese für Maschinen „lesbar“ werden. Im Idealfall funktioniert das in einem Szenario wie folgendes von der Facebook Artificial Intelligence Research (FAIR) Group:

Anhand der 360° Bilder, die ein „Digitaler Tourist“ liefert, navigiert das System (der „Digitale Guide“) zum Ziel. Klingt nach einer einfachen Aufgabenstellung. Aber ist die Navigation in natürlicher Sprache möglich, wenn der digitale Tourist ein echter Mensch ist? So als ob man mit einem menschlichen Tourist Guide spricht!? Das funktioniert derzeit nur in einem Prototypen. Aber auf Basis der angewandten (menschlichen) Kommunikation, den daraus folgenden Interaktionen und der Bilddaten lernt das System zu „sprechen“.

Was hier noch als Forschungsprojekt zu sehen ist (Talk the Walk: Teaching AI systems to navigate New York through language), ist die Vorstufe zu dem, das im Film „Her“ zu sehen ist.

Stellt sich nun folgende Frage:

Mit welchen Bildern, Texten, Videos und Informationen würde im Film „Her“ die virtuelle Assistentin Samantha den Helden Theodore Twombly inspirieren Urlaub in Österreich zu verbringen?

Samantha wird nicht auf auf die Website der Österreich Werbung verweisen.

Samantha wird auch keine Werbemittel aus Kampagnen der Österreich Werbung ausspielen.

In Zukunft wird Samantha auf Inhalte der Österreich Werbung zugreifen (wenn diese entsprechend aufbereitet wurden) und Theodore Twombly ihre Interpretation dieser Inhalte liefern.

Bleibt zu hoffen, dass aus Sicht von Samantha das Urlaubsland Österreich für Theodore Twombly eine passende Destination ist. Bis dahin gilt es für Unternehmen noch Inhalte in den eigenen Kanälen und in Social Networks zu verarbeiten. Und auch die Darstellung und Interaktion mit Smartphone-Nutzern bleiben für das Marketing noch relevant. Aber – man glaubt es kaum – vor 10 Jahren gab es noch keine Smartphones. Und wenn es nach Moore’s Law (Link) geht, dauert es keine 10 Jahre, bis auch Teile der im Film „Her“ gezeigten Zukunft gelebter Alltag sein werden.

Zwei hörenswerte Podcast-Produktionen zum Thema:

Der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar erklärt, wie künstliche Intelligenz auch dein Leben verändert

 

Im folgenden Podcast berichtet Richard Socher, Professor für künstliche Intelligenz an der Stanford University und Chefwissenschaftler von Salesforce, was KI heute wirklich kann – und welche Alternativen zu Machine Learning existieren.

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