Handel – Teil 2: IoT vs. POS

Hab ich letzte Woche noch darüber geschrieben, wie schwer sich manche Marktteilnehmer im heimischen Handel mit dem Implementieren von eCommerce tun (Link zu Teil 1), so geht’s heute um die tatsächlichen Herausforderungen:

The Internet Of Things (IoT)

Quirky-Poppy-Pour-Over-Coffee-Maker

Es ist mit einem einfachen Beispiel erklärt: Man stelle sich eine Kaffeemaschine vor, die mittels einfacher Mechanik feststellt, dass der Kaffeevorrat im Behälter neu aufgefüllt werden muss. Automatisiert oder manuell wird direkt am Gerät der Kaffee beim Lieferanten bestellt und in einer adäquaten Lieferzeit nach Hause geliefert. Eine Utopie?

Na dann google mal den Begriff “Amazon Dash Replenishment” (Link).

Und schon hör ich es, das Ächzen unter den Kaufleuten. Es ist auch wirklich nicht einfach. Denn kaum haben wir die revolutionären Change-Prozesse in den Unternehmen eingeleitet um Waren im Internet zu verkaufen, müssen wir uns neuen Fragen hinsichtlich dem IoT stellen:

  • Wie sehen nun die einzelnen Glieder in der Wertschöpfungskette aus?
  • Wird der Hersteller zum Händler seiner eigenen Produkte?
  • Wird der Handel zum Logistiker?
  • Oder wird im oben beschriebenen Fall der Gerätehersteller zum Händler für FMCG?
  • Und wo überall werden die Transaktionen stattfinden?

Und was bedeutet das für die Kommunikation, das Marketing, die Werbung?

Das Online Shopping ohne Shop

Ich habe mein berufliches Credo vom Strategic Planning bei Plan.Net geklaut:

CREATING RELEVANCE

Relevanz hat viel mit Bedarf zu tun. Vergleicht man die Relevanz von Werbebotschaften auf den diversen Werbeplätzen (TV, Display Banner, Facebook Ads, Plakate, Beileger in Magazinen …) mit der Relevanz im oben beschriebenen Moment, kommt man schnell zum Schluss, dass nicht einmal die Ergebnisse in Suchmaschinen so relevant sind, wie die Lieferung eines Produkts oder die Erbringung einer Dienstleistung bei Bedarf – also „dann, wenn man’s braucht“.

Zu “handeln”, bevor der Käufer “sucht” – das nenne ich mal eine Herausforderung!

Es werden in (sehr) naher Zukunft auch die Kundenbeziehungen und Transaktionen am Consumer Markt so funktionieren, wie es im B2B-Bereich schon vielerorts passiert.

Oder im Dienstleistungssektor. Wer kennt sie nicht, die Anzeige im Armaturenbrett mit dem Hinweis, dass das nächste Service in der Autowerkstätte fällig ist. Dass der Autohändler Zugriff auf Fahrzeugdaten hat und vielleicht sogar eine Fernwartung einleiten kann, ist längst Realität. Das IoT ist grundsätzlich so einfach wie ein Button an jeder Strassenecke um ein Taxi zu rufen.

So, und jetzt denken wir mal an den Wandel im Handel.

Fasziniert? Überfordert? Oder sogar verängstigt?

Keine Angst. Das „Internet Of Things“ (IoT) wird zwar die Kommunikationswirtschaft kräftig durcheinander wirbeln. Aber Marketing, insbesondere Handelsmarketing, wird spannender denn je. Vor allem für Kommunikations-Experten.

Denn unabhängig davon, wie Käufer auf Services wie Amazons Dash Button annehmen, bleibt eines immer noch in Stein gemeiselt: Nur mit der Kraft einer starken Marke wird Kaffee verkauft.

Ein schönes Beispiel wie sich Kaufprozesse und dementsprechend auch die kommerzielle Kommunikation verändern werden, ist ein Projekt von Procter & Gamble.

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Procter & Gamble hat mit dem eCommerce-Unternehmen Perfect Shops und der Deutschen Telekom das erste IoT-Pilotprojekt für die Marke Gillette gestartet (Link).

Mit der sg. Gillette-Box können per Knopfdruck die Klingen für Rasierer nachbestellt werden. Die Box ist via VPN online. Und der stationäre Handel bleibt außen vor.

Zugegeben, es gibt beim laufenden Testprojekt noch einige technische sowie juristische Hürden (Link). Aber egal ob Procter & Gamble diese Vertriebswege tatsächlich ausbaut oder nicht. Der Handel sollte solche Versuche seiner Lieferanten ernst nehmen. Denn das Pilotprojekt des Erzeugers dient dazu ein „perfektes Einkaufserlebnis“ zu entwickeln. Ursprünglich eine Kompetenz des Handels. Oder auch nicht.

B17_scs„So wie Du bist, so sind auch Deine Gebäude.“ Louis Sullivan, Architekt (1924)

Besonders spannend werden jene Projekte im IoT, die im öffentlichen Raum stattfinden. Stopp, Stopp, bevor jetzt jemand beginnt seinen Online Shop in die U-Bahn verlegen will, noch ein Hinweis:

Dabei geht es nicht (nur) um Transaktionen. Da ist ein vorkonfigurierter Prozess am Mobile Device des Kunden wahrscheinlich der direktere Weg. Zumindest in absehbarer Zeit. Aber aus Sicht des Marketings ist das Entwickeln und Pflegen von Marken sowie die Interaktion mit den Zielgruppen im IoT ein spannende Herausforderung. Oder noch besser gesagt, ein riesiges Potential.

Apropos IoT und OOH; ich hab da so eine Idee 😉 Kontaktieren Sie mich (Link http://bit.ly/1qAFaDX).

Und hier geht es zu Handel – Teil 1: Mobile First vs. Mobile Only (Link)

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